Neue alte Gentechnik - Von Zinkfinger-Nukleasen und CRISPR-Cas9-Systemen ... jetzt sicher im Essen?

Gentechnik in der Landwirtschaft ist in Deutschland und weiten Teilen Europas nicht gewünscht. Seit Jahren gibt es hierzulande weder Anbau von gentechnisch veränderten (gv) Pflanzen, noch gibt es Lebensmittel, die mit (bzw. aus) derartigen Pflanzen hergestellt werden. Einzig als Futtermittel kommt gv-Soja zum Einsatz. Seit ein paar Jahren versuchen verschiedene Interessengruppen aus Industrie, Wissenschaft und Verwaltung mit neuen Gentechnik-Verfahren zu punkten. Sie heißen Oligonukleotid-gerichtete Mutagenese oder Cis-Gentechnik und sie arbeiten mit sogenannten Zinkfinger-Nukleasen oder CRISPR-Cas9-Systemen. Da die Unterstützer dieser neuen Verfahren ihren Argumenten selbst nicht trauen, versuchen sie die Pflanzen und Produkte, die mit den neuen Verfahren entwickelt worden sind, als nicht gentechnisch verändert an der aktuellen Regulierung (dem Gentechnikgesetz) vorbei zu schleusen. Umwelt- und Verbraucherverbände kritisieren dieses Unterfangen. Mittlerweile liegen wesentliche Aspekte der Regulierung der neuen Gentechnik-Verfahren zur Klärung beim Europäischen Gerichthof. In der Veranstaltung soll ein Überblick über die neuen Verfahren und die Diskussion um deren Regulierung vermittelt werden.

Der Referent Christof Potthof arbeitet seit mehr als 15 Jahren für das Gen-ethische Netzwerk in Berlin. Er hat Biologie und Politikwissenschaften studiert.
Mi. 26.04.2017, 19.30 Uhr
Alte Synagoge Kitzingen
Eintritt frei

Gefahren durch Pestizide, Gentechnik und Saatgut-Patente: Bayer-Monsanto - Wie ein Mega-Konzern den Saatgut- und Pestizidmarkt verändert

In einmaliger Art und Weise wird die Hauptversammlung des Bayer-Konzerns seit Jahrzehnten das Ziel von breiten Protesten aus der Bevölkerung. Anwohner, Betroffeneninitiativen, Umweltschutz- und Bauernverbände, Ärzte und Wissenschaftler nutzen die jährliche Aktionärsversammlung, um Forderungen an das Management zu richten, um Tausende Kleinaktionäre über die Schattenseite des Bayer-Konzerns zu informieren und um selbst Gegenanträge zur Agenda des Managements einzubringen. Und Probleme gibt es zahlreich: Verantwortungsloses Marketing für gefährliche Medikamente und Verhütungsmittel, verharmloste Giftmüll-Deponien in Wohngebieten, Kinderarbeit in Indien oder AIDS-belastete Blutpräparate zählen zu den Skandalen in der jüngeren Bayer-Firmengeschichte.

Mit der Übernahme des Monsanto-Konzerns wird nun Bayer auch die Verantwortung für die von Monsanto weltweit angerichteten Schäden tragen. Außerdem befürchten viele, dass Bayer die heftig kritisierte Monsanto-Politik auch in Europa vorantreiben wird und eine auf Gentechnik und Pestizide ausgerichtete Landwirtschaft forcieren wird. Für die Hauptversammlung im Jahr 2017 wird daher mit besonders großen Protesten gerechnet.

Auf einer parallel zum Monsanto-Tribunal in Den Haag stattgefundenen Versammlung hunderter Initiativen und Einzelpersonen wurde bereits dazu aufgerufen, die Hauptversammlung des Bayer-Konzerns am 28. April 2017 zum zentralen Punkt des Widerstandes gegen "Bayers Übernahme von Monsanto, gegen Pestizide, Gentechnik und Saatgut-Patente zu machen". Veranstaltungen wie ein Saatgutfestival, ein Markt der Ideen sowie eine Demonstration und Pressekonferenz wurden bereits angekündigt.


Mi. 03.05.2017, 19.30 Uhr
Alte Synagoge Kitzingen
Eintritt frei
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Martin und Barbara Keller