Hybride - open house

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Hintergrund

Züchtungsverfahren
Bei modernem Hybridsaatgut werden in Labors künstliche, reinerbige Inzuchtlinien erzeugt und miteinander gekreuzt. Daraus entstehen in der ersten Generation Pflanzen mit einheitlichen Merkmalen, beispielsweise Transportfähigkeit. Bereits in der zweiten Generation aber verfliegt dieses Merkmal (Mendelsche Gesetze). Das heißt man erhält bei der Aussaat des Saatguts der Pflanzen, die man im Garten angebaut hat, nicht mehr die ursprüngliche Sorte.
Zudem tritt der sogenannte Heterosiseffekt bei den modernen Hybriden ein. Das bedeutet, dass sie nicht nur absolut einheitlich sind, sondern auch einen besonders hohen Ertrag bringen.

Privatisierung von Gemeingut
In der Regel werden die besten samenfeste Sorten ausgewählt, um daraus Hybriden zu züchten. So man greift auf das Gemeingut Kulturpflanze zurück, um es dann als Hybriden zu privatisieren. Auf tausende von Jahren kleinbäuerlicher Züchtung greifen die großen Saatgutkonzerne zurück, aber sie führen die Sorten in eine Sackgasse: Hybriden sind das Ende der Generationenfolge. Und damit wird die Koevolution von Mensch und Pflanze beendet. Nur die Konzerne, die die Elternpflanzen besitzen, können die Sorte weitervermehren.
Die modernen Sorten sind aus einem sehr kleinen Genpool entstanden. Unter anderem wegen dieser genetischen Verarmung können Schädlinge und Krankheiten sich rasant ausbreiten.

Anspruchsvolle Sorten
Moderne Hybridsorten sind sehr anspruchsvoll. Um den hohen Ertrag, den man mit ihnen erzielen möchte, zu erreichen, benötigen sie in der Regel viel Düngemittel, chemischen Pflanzenschutz und Wasser. Hybridsaatgut führt die Anbauer in die Abhängigkeit. Konnte früher noch jeder sein Saatgut selbst vermehren, muss das Hybridsaatgut jährlich neu gekauft werden.

Kennzeichnung
Normalerweise steht auf Hybridsorten Samenpäckchen F1 oder Hybride, daran können sie beim Einkauf die Hybridsorte erkennen.
Hybriden müssen auf den Samenverpackungen gekennzeichnet werden, aber nicht als CMS Hybride (cytoplasmatische männliche Sterilität.)

Männliche Sterilität
Bei modernernen CMS Hybriden, die bei Brokkoli und Blumenkohl Sorten schon den überwiegenden Anteil der Sorten ausmachen, wird mittels Radioaktivität, Elektroschock und chemischer Substanzen in die Erbmasse der Pflanzen eingegriffen. So wird eine männliche Sterilität erzeugt, die zur Folge hat, dass nur der Züchter diese Sorten vermehren kann. Sortenschutz für ewig!

Monopole
Aus Hybriden lassen sich Monopole entwickeln und das hat dazu geführt, dass zur Zeit nur fünf Firmen ( Syngenta, Bayer, DuPont, Dow und BASF) bereits 75 Prozent des globalen Agrarchemiemarktes und über 60 Prozent des Saatgutmarktes kontrollieren (Arche Noah Newsletter 11.2016 mit Korrektur Bayer-Monsanto).
In Europa wird 95% des Gemüsesaatgut-Sektors von nur fünf Firmen gesteuert. Fünf Unternehmen vertreiben 45% des Tomatensaatguts (Studie: Concentration of Market Power in the EU Seedmarket).

 
 
 
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