Gemüseporträt - open house

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Gemüseporträt

Hintergrund
Fränkischer Spinat 'Elli Peters'
diese Spinatsorte liegt mir besonders am Herzen, denn sie hat ganz außergewöhnliche Eigenschaften.
Ich habe sie vor vielen Jahren von Susanne Gorol vom VEN als alte fränkische Sorte bekommen und gleich begeistert angebaut.
Zunächst schmeckt sie sehr gut. Ihr lindgrünen Blätter, erinnern ein wenig an Löwenzahnblätter, denn sie sind gebuchtet und spitz. Im Anbau hat sie sich als winterhart und robust bewährt, auch Krankheiten wie Mehltau können Ihr wenig anhaben. Zwei Aspekte zeichnen sie allerdings als echte Rarität aus: Sie ist scharfsamig und zweihäusig. 
Scharfsamig bedeutet, dass Ihre Samen Spitzen mit Spitzen bewehrt sind, man trägt besser Handschuhe, wenn man mit Ihr arbeitet. Früher gab es mehrere solche Sorten, heute findet sich diese Eigenschaft bei keiner modernen Sorte mehr, denn diese Körner würden in keiner Sämaschine rollen. 
Zweihäusig bedeutet, dass es männliche und weibliche Pflanzen gibt. Bei der Gemüseernte ist das egal, denn der Unterschied entwickelt sich erst, wenn die Pflanzen schießen und blühen. Will man 'Elli Peters' vermehren braucht man ein Beet mit männlichen und weiblichen Pflanzen. Nach der Blüte sterben die männlichen Pflanzen ab und sollten entfernt werden um den weiblichen Pflanzen Platz zu geben.  Man Kann Elli Peters in Frühling aussäen, also ab Februar, aber wie alle alten Spinatsorten schießt sie früh, also möglichst frühe Aussaat ist empfehlenswert. Oder man sät sie ab Mitte August bis Mitte September aus um dann im Herbst um im darauffolgenden Frühling ernten zu können.

Und hier mein Lieblingsrezept:

Griechische Spanakopita
1kg Spinat „Elli Peters“ ( oder Mangold oder Gartenmelde)
2 Päckchen Tiefkühl Blätterteig, bevorzugt Dinkelblätterteig
7 Eier 
250 gr. Feta oder Räuchertofu
2 große Zwiebeln 1 Zehe Knoblauch
Salz, Pfeffer, Olivenöl
Blätterteig auftauen. Knoblauch und Zwiebeln kleinschneiden und im Olivenöl goldbraun braten. Dann den geputzten Spinat dazu geben und zusammenfallen lassen. Grob hacken. Feta kleinbröseln. Die Eier verquirlen dann mit dem Spinat und dem Feta vermischen. Die aufgetauten Blätterteig Quadrate ausrollen. Fächerförmig in eine flache, große Auflaufform legen, sodass der Boden bedeckt ist und die Spitzen der Quadrate über weit über den Rand der Form hinausgehen. Ein Quadrat zurückbehalten. Die Spinatfüllung hineingeben und das letzte Quadrat oben auf legen. Die Spitzen der anderen Quadrate darüber klappen.
Anschließend im vorgeheizten Ofen bei 190 Grad etwa 50 Minuten backen.

Rote Gartenmelde
bevor der Spinat in unsere Gärten kam, war die Gartenmelde ein weitverbreitetes Gemüse, das so verwendet wurde wie heute der Spinat. Es gibt allerdings einige echte Vorteile der Gartenmelde gegenüber dem Spinat, die meiner Meinung nach sehr dafür sprechen sie im Selbstversorgergarten anzubauen. Sie ist sehr anspruchslos, man kann sie bereits ab Februar bis März aussäen und die Pflanzen können über die ganze Saison, bis sie praktisch ihre Blätter verlieren beertet werden. Das unterscheidet sie vom Spinat, der eine Sommerpause einlegt.
Die Pfanzen werden mannshoch, können aber auch kurz gehalten werden und auch während der Blüte geht die Ernte weiter. Es gibt Sorten mit grünen Blättern, aber auch solche mit violetten, gelben und meine lieblinge: die Roten Garten Melden, die wie Fackeln im Sommer im Garten stehen- wunderschön und lecker. Die Blätter behalten beim Kochen die rote Farbe womit sich tolle Gerichte zaubern lassen.
Gartenmelde Ravioli
für 6 Personen
Teig: 500gr. Mehl (Rauhweizen, Hartweizen oder Dinkelmehl)
3 Eier
3 Eßl. Olivenöl
Salz
Wasser falls nötig
Alles auf einmal mischen und sehr gut kneten, Teig ruhen lassen
Dann Füllung machen:
600gr. Gartenmelde, besonders spektakulär mit roter Gartenmelde
1-2 Eier
250 gr. Ricotta
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Semmelbrösel
Petersilie, Oregano, Basilikum, Salz Pfeffer
Zwiebeln und Knoblauch kleinschneiden und andünsten, gewaschene Melde hinzufügen und zusammenfallen lassen. Gut abtropfen lassen, dann Ricotta dazu geben und die Kräuter nach Geschmack hinzufügen, sehr fein pürieren. 1-2 Eier, so viel Semmelbrösel wie nötig bis eine cremige Paste entsteht.
Teig in der Nudelmaschine durchlassen bis Stufe 4, die daraus entstandenen Bahnen nacheinander in einen Aufsatz für Ravioli geben und befüllen. Anschließend für etwa 3 Minuten in sehr heißem, aber nicht sprudelnd kochendem Wasser ziehen lassen. Mit Butter beträufeln und warm stellen. Mit geriebenen Parmesan, oder Pecorino servieren. Dazu passt Tomatensoße.

Rote Bete "Erfurter lange rotlaubige"
Ab Mitte April kann man Rote Bete direkt ins Beet säen. Ich habe dabei die Erfahrung gemacht, dass in unseren heißen und trockenen mainfränkischen Sommern die Rote Bete besonders gut als Reihe zwischen zwei Reihen Stangenbohnen wachsen. Denn als ursprüngliche Küstenbewohner lieben sie eine etwas höhre Luftfeuchtigkeit und die haben sie zwischen den Stangenbohnen. Dass es dort etwas schattiger ist scheint sie nicht zu stören. Für die Lagerung säte man Rote Bete erst Anfang Juni aus.
Sie gehören wie Spinat, Gartenmelde und Mangold zur Familie der Gänsefußgewächse und sollten also nicht in Mischkultur mit Ihrer
"Verwandschaft" angebaut werden. Sie sind sogar die gleiche Art wie Mangold, das heißt aus der wilden Bete wurde sowohl Mangold als auch Rote bete gezüchtet. Als ehemalige Küstenbewohner lieben sie eine gute Wasserversorgung, ansonsten ist ihr Anbau unkomliziert. Die Samen der roten bete und des Mangolds sind recht groß und unförmig, das liegt daran, dass es sich um ein "Samenpaket" handelt, aus dem mehrere Pflänzchen wachsen. Wenn man sie vorzieht im Topf kann man sie gut auseinander pikieren, im Beet vereinzele ich sie.
Die Sorte "Erfurter lange rotlaubige" zeichnet sich durch einen besonderen Geschmack aus, eine Bekannte meinte er würde sie an Mangos erinnern, und auch dadurch, dass sie im Inneren marmoriert wird, fast wie Rindfleisch, was bei Rote Bete Carpaccio natürlich gut aussieht. Der Name weißt darauf hin, dass sie nicht rund ist, sondern eine lange Rübe bildet, die sehr groß werden kann. Man hat also auch noch einen hohen Ertrag. 
Und hier mein Lieblingsrezept für Rote Bete:
Rote Bete Risotto
1Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
2 Eßl. Olivenöl
160g Risottoreis
120 ml. Rotwein
1 Liter Gemüsebrühe
1 Rote Bete
80 gr. Parmesan oder Pecorino
1-2 Eßl. Mascarpone
Salz und Pfeffer
Rote Bete mit Olivenöl bestreichen, auf dem Blech im Ofen garen, dann schälen und würfen. Zwiebeln und Knoblauch glasig dünsten, dann den gewaschenen Reis dazu und ebenfalls glasig dünsten. Rotwein angießen und einkochen anschließend die heiße Gemüsebrühe in kleinen Portionen dazufügen. Etwas nach der Hälfte der Garzeit die Rote Bete Würfel hinzufügen, und mitkochen. Wenn der Reis schön weich gekocht ist und die typische Risottokonsistenz erreicht hat vom Herd nehmen, Parmesan und Mascarpone hinzufügen, würzen, fertig! Rezept für 1-2 Personen.
Der Risotto wird wunderschön rosa und cremig.
Bevor ich auf diese Zubereitung gekommen bin mochte ich keine Rote Bete, aber so finde ich schmeckt sie hervorragend.


 
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